Massnahmenpaket

Erhöhung der Sparbeiträge

Ab 1. Januar 2021 gelten für die Versicherten der BLVK die neuen Sparbeiträge. Die Sparbeiträge steigen je nach Alterskategorie um 0% bis 2% an. Davon entfallen auf den Arbeitnehmer zwischen 0% und 0.8%, auf den Arbeitgeber zwischen 0% und 1.2%. Die neuen Sparbeiträge werden vollumfänglich dem individuellen Sparkonto der Versicherten gutgeschrieben.  

 

Alter
Sparbeiträge ArbeitnehmerSparbeiträge ArbeitgeberSparbeiträge Total
 
2020
ab 2021
2020
ab 2021
2020
ab 2021
25-295.50%5.50%5.50%5.50%11.00%11.00%
30-346.50%7.00%6.50%7.00%13.00%14.00%
35-398.00%8.50%8.00%9.00%16.00%17.50%
40-449.50%10.25%9.50%10.75%19.00%21.00%
45-4910.10%10.75%12.40%13.25%22.50%24.00%
50-5410.10%10.75%15.40%16.25%25.50%27.00%
55-5910.50%11.30%18.00%19.20%28.50%30.50%
60-6510.50%10.50%20.00%20.00%30.50%30.50%

Allgemeine Fragen

  Die Verwaltungskommission hat den technischen Zinssatz per 31. Dezember 2019 von 2,5 auf 2,0 Prozent gesenkt.
    Ab dem 1. Januar 2021 gelten für die Versicherten der BLVK die neuen Sparbeiträge. Die Sparbeiträge steigen je nach Alterskategorie um 0 bis 2 Prozent an. Davon entfallen auf den Arbeitnehmer zwischen 0 und 0,8 Prozent, auf den Arbeitgeber zwischen 0 und 1,2 Prozent.
  Ab dem 1. August 2022 wird der Umwandlungssatz gestaffelt gesenkt. Das Ziel ist ein Umwandlungssatz von 4,90 Prozent per 1. August 2024.
  Ab dem 1. August 2022 gelten neue Abfederungsmassnahmen, um die Senkung des Umwandlungssatzes teilweise zu kompensieren. Diese Abfederungsmassnahmen laufen bis am 31. Juli 2026, das heisst während 48 Monaten. Massgebend für die Berechnung sind die Werte der versicherten Person per 31. Dezember 2020.

Die zentrale Aufgabe der BLVK sowie jeder Vorsorgeeinrichtung ist es, die Renten langfristig zu sichern. Obwohl die BLVK in den letzten zwei Jahren an den Finanzmärkten vergleichsweise gute Renditen realisieren konnte, reichen diese im Mehrjahresdurchschnitt bald nicht mehr für eine Stabilisierung des Deckungsgrades aus. Die BLVK muss also den technischen Zinssatz senken, um den Deckungsgrad auch mit einer tieferen Anlagerendite stabilisieren zu können. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, Sanierungsmassnahmen ergreifen zu müssen.

Der technische Zinssatz ist der Diskontsatz, mit dem die Vorsorgekapitalien der Rentenbeziehenden und die technischen Rückstellungen berechnet werden. Er dient dazu, die künftigen Rentenverpflichtungen anhand der zu erwartenden Rendite auf den heutigen Wert umzurechnen. Mit der Verzinsung der Altersguthaben hat der technische Zins jedoch nichts zu tun.

Die Senkung des technischen Zinssatzes hat zwei wesentliche Auswirkungen: Das Vorsorgekapital der Rentenbeziehenden erhöht sich, was zu einer Verringerung des Deckungsgrades führt. Gleichzeitig beeinflusst der technische Zinssatz auch den Umwandlungssatz: Mit diesem wird das im Pensionsalter angesparte Sparkapital in eine lebenslängliche Altersrente umgewandelt. Der Umwandlungssatz hängt hauptsächlich von der Lebenserwartung bei der Pensionierung und vom technischen Zinssatz ab. Je höher die Lebenserwartung und je niedriger der technische Zinssatz, desto niedriger der Umwandlungssatz. Der Umwandlungssatz der BLVK muss vor diesem Hintergrund der Realität angepasst werden. Deshalb wird er bis zum 1. August 2024 in mehreren Schritten auf 4,90 Prozent angepasst.

Ein Umwandlungssatz von 4,90% bei einem technischen Zins von 2,0% ist versicherungstechnisch korrekt, das heisst es findet keine Umverteilung von den versicherten Personen zu den Rentnern statt.

Mit dem Umwandlungssatz wird die Höhe der jährlichen Rente aus einem vorhandenen Altersguthaben berechnet. Dazu wird das Altersguthaben mit dem Umwandlungssatz multipliziert. Beispiel: Bei einem Altersguthaben von CHF 600'000.– und einem Umwandlungssatz von 4,90 Prozent resultiert bei einer Pensionierung im Alter von 65 Jahren eine Rente von CHF 29'400.– pro Jahr.

Der Umwandlungssatz hängt hauptsächlich von der Lebenserwartung bei der Pensionierung und vom technischen Zinssatz ab. Je höher die Lebenserwartung und je niedriger der technische Zinssatz, desto niedriger der Umwandlungssatz. Der Umwandlungssatz der BLVK muss vor diesem Hintergrund der Realität angepasst werden. Deshalb wird der Umwandlungssatz bis zum 1. August 2024 in mehreren Schritten auf 4,90 Prozent angepasst.

Wichtig dabei: Die laufenden Renten sind von dieser Anpassung nicht betroffen.

Alter Umwandlungssatz (%) per 01.08.2022  Umwandlungssatz (%) per 01.08.2023   Umwandlungssatz (%) per 01.08.2024
 58 4.28%  4.17% 4.06% 
 59 4.39% 4.28% 4.17% 
 60 4.51% 4.39% 4.28%
 61 4.62% 4.51% 4.39%
62 4.73% 4.62% 4.51% 
63 4.84% 4.74% 4.63% 
64 4.97% 4.86% 4.76%
65 5.10% 5.00% 4.90%
66 5.24% 5.15% 5.05% 
67 5.40% 5.30% 5.21% 
68 5.56% 5.47% 5.38% 
69 5.74% 5.65% 5.56% 
70 5.93% 5.85% 5.76%

Versicherte, welche bis uns mit 31. Juli 2022 pensioniert werden, sind vom Massnahmenpaket nicht betroffen. Die Auswirkungen auf die Leistungen bei einer späteren Pensionierung werden auf dem Vorsorgeausweis 2021 aufgeführt sein.

Die gestaffelte Umwandlungssatzsenkung ist so konzipiert, dass der angewandte Umwandlungssatz bei Weiterarbeit um ein Jahr trotz der Senkung nicht tiefer ausfällt. Ebenfalls ist zu beachten, dass bei Weiterarbeit um ein Jahr weiterhin Sparbeiträge angespart werden und das vorhandene Sparguthaben ein Jahr länger verzinst wird. Eine vorzeitige Pensionierung nur aufgrund der Umwandlungssatzsenkung sollte daher gut überlegt sein. Individuelle Offerten (Teilpensionierung, Reduktion des Beschäftigungsgrades, usw), können ab Anfang 2021 bei Ihrem Vorsorgeberater verlangt werden. Wir empfehlen Ihnen jedoch, zuerst den jährlichen Versand des Vorsorgeausweises 2021 abzuwarten. Dieser wird Ihnen bereits die meisten Fragen beantworten.

Ab dem 1. Januar 2021 gelten für die Versicherten der BLVK die neuen Sparbeiträge. Die Sparbeiträge steigen je nach Alterskategorie um 0 bis 2 Prozent an. Davon entfallen auf den Arbeitnehmer zwischen 0 und 0,8 Prozent, auf den Arbeitgeber zwischen 0 und 1,2 Prozent. Die neuen Sparbeiträge werden vollumfänglich dem Sparkonto der versicherten Personen gutgeschrieben. 

 Alter  Sparbeiträge Arbeitnehmer  Sparbeiträge Arbeitgeber  Sparbeiträge Total
   2020  ab 2021  2020  ab 2021  2020  ab 2021
 25-29 5.50% 5.50% 5.50% 5.50% 11.00% 11.00% 
 30-34  6.50% 7.00% 6.50% 7.00% 13.00% 14.00%
 35-39  8.00% 8.50% 8.00% 9.00% 16.00% 17.50% 
 40-44  9.50% 10.25% 9.50% 10.75% 19.00% 21.00% 
 45-49  10.10% 10.75% 12.40% 13.25% 22.50% 24.00% 
 50-54  10.10% 10.75% 15.40% 16.25% 25.50% 27.00% 
 55-59  10.50% 11.30% 18.00% 19.20% 28.50% 30.50% 
 60-65  10.50% 10.50% 20.00% 20.00% 30.50% 30.50%

Die Verwaltungskommission hat beschlossen, die mit den neuen technischen Grundlagen verbundenen Leistungseinbussen bei der Übergangsgeneration angemessen abzufedern: Das Anheben der Sparbeiträge vermag die Leistungseinbussen bei älteren Versicherten nicht vollumfänglich abzufedern, weil sie die höheren Beiträge im Vergleich zu jüngeren Personen nur für eine kurze Zeitdauer entrichten können. Die Verwaltungskommission hat deshalb zusätzliche Ausgleichsmassnahmen beschlossen und die durch die Senkung des Umwandlungssatzes entstehenden Renteneinbussen auf maximal 3 Prozent begrenzt.

Der Ausgleich erfolgt mittels einer durch die BLVK finanzierte Kapitaleinlage (auf dem Vorsorgeausweis «Einlage Senkung Umwandlungssatz 2022» genannt). Die individuellen Einlagen für die versicherten Personen sind so berechnet, dass die individuellen Altersrenten, hochgerechnet mit den ab dem 1. Januar 2021 geltenden reglementarischen Bestimmungen, die individuellen Altersrenten, hochgerechnet mit den bis am 31. Dezember 2020 geltenden reglementarischen Bestimmungen, um maximal 3 Prozent unterschreiten. Beträgt die Unterschreitung weniger als 3 Prozent, wird keine Einlage geleistet. Diese Kapitaleinlage beginnt per 1. August 2022 und wird längstens bis am 31. Juli 2026 oder bis zum ordentlichen Rentenalter (Alter 65 für Männer und Frauen) erworben. Bei vorzeitiger Pensionierung oder Austritt aus der BLVK wird diese Kapitaleinlage pro rata temporis auf Monatsbasis gekürzt.

Wie bereits beim Übertritt ins Beitragsprimat und bei der gestaffelten Senkung der Umwandlungssätze per 1. August 2017, wird auch für die neue Umwandlungssatzsenkung ab dem 1. August 2022 eine Übergangseinlage gesprochen. Dabei handelt es sich um die Abfederungsmassnahme zur teilweisen Kompensation der Rentenkürzungen infolge der Senkung der Umwandlungssätze. Die Übergangseinlage wird in 48 Monatsraten, also über vier Jahre hinweg, erworben. Bei vorzeitigem Austritt oder einer vorzeitigen Pensionierung verfallen die noch offenen Raten.

Die berechnete Übergangseinlage ist in den ausgewiesenen Leistungen auf dem Vorsorgeausweis 2021 bereits berücksichtigt. Sie wird auf dem Vorsorgeausweis allerdings erst ausgewiesen, sobald sie erworben wird, also ab 1. August 2022.

Eine sehr wirksame Massnahme, Rentenkürzungen zu vermeiden, ist das Weiterarbeiten, sofern dies möglich ist. Auch freiwillige Einkäufe können selbstverständlich das Rentenniveau erhalten oder erhöhen.

Renten, die bereits vor dem 1. August 2022 laufen, sind von der Anpassung der technischen Parameter nicht betroffen. Die Höhe dieser Renten bleibt unverändert. Auch Renten, welche aufgrund einer Pensionierung oder Teilpensionierung per 1. August 2022 zugesprochen werden, richten sich noch nach den bisherigen technischen Parametern.

Fragen von Versicherten

Ja. Umhüllende Pensionskassen wenden für die Sparguthaben im Obligatorium und im Überobligatorium einen einheitlichen Umwandlungssatz an. Der gesetzliche Umwandlungssatz von 6,8 Prozent ist nur für den obligatorischen Teil bindend. Die Pensionskasse überprüft mit einer sogenannten Schattenrechnung, dass die ausgerichteten Leistungen jederzeit höher ausfallen als unter Anwendung des gesetzlichen Umwandlungssatzes auf dem rein obligatorischen Anteil des Sparguthabens. Solange die Kasse diese Vorgabe einhält, darf sie den gesetzlichen Umwandlungssatz unterschreiten.

Die individuellen Einlagen für die versicherten Personen sind so berechnet, dass die individuellen Altersrenten, hochgerechnet mit den ab dem 1. Januar 2021 geltenden reglementarischen Bestimmungen, die individuellen Altersrenten, hochgerechnet mit den bis am 31. Dezember 2020 geltenden reglementarischen Bestimmungen, um maximal 3 Prozent unterschreiten. Beträgt die Unterschreitung weniger als 3 Prozent, wird keine Einlage geleistet. Als Basis für den Vergleich dient die individuelle Altersrente im ordentlichen Rentenalter (65 Jahre).

Die Übergangseinlage wird grundsätzlich über 48 Monate hinweg in monatlichen Raten erworben, also vom 1. August 2022 bis am 31. Juli 2026. Sofern Sie jedoch vor Ablauf der 48 Monate das ordentliche Rentenalter (65 Jahre, sowohl für Männer als auch für Frauen) erreichen, wird der Gesamtbetrag der errechneten Übergangseinlage auf die bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters verbleibenden Monate verteilt.

Fazit: Der Gesamtbetrag der gewährten Übergangseinlage ist gleich hoch, infolge der Verteilung auf weniger Monate ist aber der monatliche Betrag höher.

Bei vorzeitigem Austritt oder bei einer Pensionierung zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. Juli 2026, wird die Einlage pro rata gekürzt, respektive die noch nicht bezogenen Monatsraten verfallen. Das klingt im ersten Moment nachteilig, hat aber durchaus seine Logik. Das Sparguthaben wird monatlich durch die entrichteten Beiträge angehäuft. So müssen auch die Abfederungsmassnahmen in der gleichen Weise anteilsmässig gutgeschrieben werden. Würden noch offene Raten bei einer vorzeitigen Pensionierung oder bei einem Austritt vollumfänglich mitgegeben, würde die Austrittsleistung bei der vorzeitigen Pensionierung oder dem Austritt sogar höher ausfallen, als dies ohne die Umwandlungssatzsenkung und ohne die Übergangseinlage der Fall wäre.

Die individuellen Einlagen werden ab dem 1. August 2022 monatlich gutgeschrieben und zwar bis am 31. Juli 2026. Bei einem Austritt verfallen noch offene Raten. Auf dem Vorsorgeausweis ist der jährliche Betrag aufgeführt. Im Jahr 2022 werden vom ausgewiesenen Betrag jedoch nur 5/12 gutgeschrieben, da die Übergangseinlage erst ab August in Kraft tritt. 

  Geburtsdatum 15.07.1959
  BVG-Alter in 2021  62 Jahre
  Datum Erreichen ordentl. Rücktrittsalter 65:  31.07.2024
 
  Versicherter Lohn am 31.12.2020
  Versicherter Lohn per 31.12.2020 massgebend CHF 100'000.–
 
  Sparguthaben am 31.12.2020
  Sparguthaben per 31.12.2020 massgebend (immer exkl. allfällige Zusatz-Sparguthaben!) CHF 600'000.–
  Monatliche Einlage Primatwechsel (Art. 52) CHF 300.–
  Monatliche Einlage UWS-Senkung 2017 (Art. 60b) CHF 400.–

  Regl. bis 2020  Regl. ab 2021 
   Proj. Altersguthaben 31.07.2024 CHF 779'064.–  CHF 779'064.– 
   Umwandlungssatz im RA 65 5.20%  5.00% 
   Altersrente im RA 65 CHF 40'511.– CHF 38'953.– 
   97%-Untergrenze (max. 3% Renteneinbusse)   CHF 39'296.– 
   Notw. Erhöhung der Altersrente (39'296 – 38'953)   CHF 343.– 
   Notw. Erhöhung Sparguthaben im RA 65 (343 / 5.00%) = A   CHF 6‘860.– 
   Versicherungstechnische disk. Faktor zur Herleitung der Monatsrate (B)   24.30 
   Monatliche Einlage bis zum RA 65 ungerundet (A / B)   CH 282.30 

  Geburtsdatum 15.03.1961
  BVG-Alter in 2021  60 Jahre
  Datum Erreichen ordentl. Rücktrittsalter 65:  31.03.2026
 
  Versicherter Lohn am 31.12.2020
  Versicherter Lohn per 31.12.2020 massgebend CHF 120'000.–
 
  Sparguthaben am 31.12.2020
  Sparguthaben per 31.12.2020 massgebend (immer exkl. allfällige Zusatz-Sparguthaben!) CHF 800'000.–
  Monatliche Einlage Primatwechsel (Art. 52) CHF 500.–
  Monatliche Einlage UWS-Senkung 2017 (Art. 60b) CHF 800.–

  Regl. bis 2020  Regl. ab 2021 
   Proj. Altersguthaben 31.07.2024 CHF 1'130'017.– CHF 1'130'017.–
   Umwandlungssatz im RA 65 5.20%  4.90% 
   Altersrente im RA 65 CHF 58'761.– CHF 55'371.–
   97%-Untergrenze (max. 3% Renteneinbusse)   CHF 56'998.–
   Notw. Erhöhung der Altersrente (56'998 – 55'371)   CHF 1'627.– 
   Notw. Erhöhung Sparguthaben im RA 65 (1'627 / 4.90%) = A   CHF 33'204.–
   Versicherungstechnische disk. Faktor zur Herleitung der Monatsrate (B)   45.24 
   Monatliche Einlage bis zum RA 65 ungerundet (A / B)   CHF 733.95 

  Geburtsdatum 15.09.1959
  BVG-Alter in 2021  56 Jahre
  Datum Erreichen ordentl. Rücktrittsalter 65:  30.09.2030
 
  Versicherter Lohn am 31.12.2020
  Versicherter Lohn per 31.12.2020 massgebend CHF 75'000.–
 
  Sparguthaben am 31.12.2020
  Sparguthaben per 31.12.2020 massgebend (immer exkl. allfällige Zusatz-Sparguthaben!) CHF 500'000.–
  Monatliche Einlage Primatwechsel (Art. 52) CHF 0
  Monatliche Einlage UWS-Senkung 2017 (Art. 60b) CHF 250.–

  Regl. bis 2020  Regl. ab 2021 
   Proj. Altersguthaben 31.07.2024 CHF 848'830.–  CHF 855'758.–
   Umwandlungssatz im RA 65 5.20%  4.90% 
   Altersrente im RA 65 CHF 44'139.– CHF 41'932.–
   97%-Untergrenze (max. 3% Renteneinbusse)   CHF 42'815.–
   Notw. Erhöhung der Altersrente (42'815 – 41’932)   CHF 883.–
   Notw. Erhöhung Sparguthaben im RA 65 (883 / 4.90%) = A   CHF 18'020.–
   Versicherungstechnische disk. Faktor zur Herleitung der Monatsrate (B)   53.72 
   Monatliche Einlage bis zum RA 65 ungerundet (A / B)   CHF 335.45 

Ja. Die Summe der individuellen Einlagen wird nicht auf 48 Monaten verteilt, sondern auf die restlichen Monate bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters (für Männer und Frauen Alter 65), bei Ihnen somit vom 1. August 2020 bis zum 31. Januar 2023. Der monatliche Betrag der Übergangseinlage ist dementsprechend höher.

Da Lehrpersonen meist auf den 31. Juli des Jahres auf Ende des Semesters pensioniert werden, gehen Sie mit 64 Jahren und 11 Monaten in Rente. Bei einer Pensionierung per 31. Juli 2024 gilt demnach noch nicht der Umwandlungssatz von 4,90, sondern noch der Umwandlungssatz von 5,00 Prozent. Da Sie zum Zeitpunkt der Pensionierung aber noch nicht 65 Jahre alt sind, wird der Umwandlungssatz interpoliert.

  Umwandlungssatz Alter 65 = 5.00%
  Umwandlungssatz Alter 64 = 4.86%
  Differenz: 0.14%
  Davon 11/12: 0.128%
  Umwandlungssatz im Alter 64 und 11 Monate = 4.86% + 0.128% = 4.988%

Es ist richtig, dass bei Ihnen bei einer Pensionierung per 31. Juli 2024 der Umwandlungssatz von 5,00 Prozent angewandt wird. Entscheiden Sie sich für eine vorzeitige Pensionierung per 31. Juli 2023, so gehen Sie zwar mit den vorherigen Konditionen in Rente, aufgrund der früheren Erwerbsaufgabe mit Alter 64 statt 65 wird jedoch der Umwandlungssatz von 4,97 statt von 5,10 Prozent angewandt. Da Sie zudem ein Jahr lang weniger Beiträge entrichten und trotz der Senkung des Umwandlungssatzes per 1. August 2024 ein tieferer Umwandlungssatz angewandt wird als ein Jahr später, ist in Ihrem Fall eine vorzeitige Pensionierung aus finanzieller Sicht nicht lohnenswert.

Falls Sie ein Mann sind, haben Sie aufgrund der früheren Erwerbsaufgabe zudem ein Jahr lang noch keinen Anspruch auf AHV-Rente und müssten diese, falls finanziell unabdingbar, entweder vorbeziehen oder von der BLVK eine Überbrückungsrente beantragen, was in beiden Varianten zu Kürzungen der Altersleistungen führen würde.

Hier ein konkretes Beispiel für einen versicherten Lohn von CHF 50'000.–: 

  Pensionierung per 31.07.2023 (Alter 64):   
  Austrittsleistung per 31.07.2023 =
CHF 580'000.– (Annahme)
  CHF 580'000.– x Umwandlungssatz 4.97% : 12 = monatliche Altersrente von CHF 2'402.15
   
  Pensionierung per 31.07.2024 (Alter 65):  
  Austrittsleistung per 31.07.2023 = CHF 580'000.–

Jährliche Sparbeiträge (AN/AG) 30.50% auf vers. Lohn von CHF 50'000.– = CHF 15'250.–
Austrittsleistung per 31.07.2024 somit CHF 595'250.– (ohne Berücksichtigung Verzinsung)
CHF 595'250.– x Umwandlungssatz 5.00% : 12 = monatliche Altersrente von CHF 2'480.20

Die gutgeschriebenen individuellen Einlagen sind erworben worden. Es gibt keinen Abzug, wenn die versicherte Person nach dem 31. Juli 2026 die volle Kapitalauszahlung bei der Pensionierung verlangt oder austritt.

Die individuellen Einlagen wurden nur «teilweise» erworben, sprich vom 1. August 2022 bis zum 31. Juli 2023. Da es per 31. Juli 2023 zum Austritt kommt, werden die individuellen Einlagen per 31. Juli 2023 beendet, weil Sie nicht mehr bei der BLVK versichert sind. Sollten Sie nach einem Jahr wieder bei der BLVK versichert sein, gibt es keinen Anspruch mehr auf Übergangseinlagen: Ein Erwerbsunterbruch führt auch zu einem Unterbruch des Vorsorgeverhältnisses zwischen der BLVK und der versicherten Person. Die versicherte Person verliert damit den Anspruch auf allfällige Leistungen der BLVK.

Jein. Das angesparte Sparguthaben wird durch die Senkung des Umwandlungssatzes nicht reduziert. Da aufgrund des tieferen Umwandlungssatz jedoch für dasselbe Kapital weniger Rente ausbezahlt wird und die Leistungseinbussen unter Umständen nicht vollumfänglich durch die Abfederungsmassnahmen kompensiert werden, kann die zukünftige Rente tiefer ausfallen.

Entscheiden Sie sich für eine Pensionierung ein Jahr früher als vorgesehen, so gehen Sie zwar mit den vorherigen Konditionen in Rente, aufgrund der früheren Erwerbsaufgabe sind Sie aber zum Pensionierungszeitpunkt auch ein Jahr jünger und haben aus diesem Grund einen tieferen Umwandlungssatz. Die gestaffelte Umwandlungssatzsenkung ist so konzipiert, dass der angewandte Umwandlungssatz bei Weiterarbeit um ein Jahr trotz der Senkung nicht tiefer ausfällt. Ebenfalls ist zu beachten, dass bei Weiterarbeit um ein Jahr weiterhin Sparbeiträge angespart werden und das vorhandene Sparguthaben ein Jahr länger verzinst wird.

Wie versteht man diesen Umstand am besten? Da Sie jedes Jahr ein Jahr älter werden, sind die jeweils massgebenden Umwandlungssätze in der Tabelle diagonal zu lesen:

  Alter Umwandlungssatz (%) per 01.08.2022  Umwandlungssatz (%) per 01.08.2023   Umwandlungssatz (%) per 01.08.2024
   58 4.28%  4.17% 4.06% 
   59 4.39% 4.28% 4.17% 
   60 4.51% 4.39% 4.28%
   61 4.62% 4.51% 4.39%
  62 4.73% 4.62% 4.51% 
  63 4.84% 4.74% 4.63% 
  64 4.97% 4.86% 4.76%
  65 5.10% 5.00% 4.90%
  66 5.24% 5.15% 5.05% 
  67 5.40% 5.30% 5.21% 
  68 5.56% 5.47% 5.38% 
  69 5.74% 5.65% 5.56% 
  70 5.93% 5.85% 5.76%

Eine vorzeitige Pensionierung nur aufgrund der Umwandlungssatzsenkung lohnt sich demnach rein finanziell betrachtet nicht.

Hier ein konkretes Beispiel: für einen versicherten Lohn von CHF 50'000.–: 

Pensionierung per 31.07.2023 (Alter 64): 
Austrittsleistung per 31.07.2023 = CHF 580'000.– (Annahme)
CHF 580'000.– x Umwandlungssatz 4.97% : 12 = monatliche Altersrente von CHF 2'402.15

Pensionierung per 31.07.2024 (Alter 65):
Austrittsleistung per 31.07.2023 = CHF 580'000.–
Jährliche Sparbeiträge (AN/AG) 30.50%  auf vers. Lohn von CHF 50'000.– = CHF 15'250.–
Austrittsleistung per 31.07.2024 somit CHF 595'250.– (ohne Berücksichtigung Verzinsung)
CHF 595'250.– x Umwandlungssatz 5.00% : 12 = monatliche Altersrente von CHF 2'480.20

Nein. Beim Weiterarbeiten werden weiterhin Sparbeiträge gutgeschrieben, was Ihr Sparguthaben erhöht. Die gestaffelte Umwandlungssatzsenkung ist zudem so konzipiert, dass der angewandte Umwandlungssatz bei Weiterarbeit um ein Jahr trotz der Senkung nicht tiefer ausfällt. Durch diese Effekte resultiert bei Weiterarbeit um ein Jahr ein höherer Rentenanspruch. Zusätzlich bleibt Ihnen die Möglichkeit, freiwillige Einkäufe zu tätigen.

Grundsätzlich ja. Mit einem freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse können Sie Ihre Altersvorsorge verbessern. Bei der Pensionskasse profitieren Sie weiterhin von einer attraktiveren Verzinsung als auf dem Bankkonto. Wenn Sie den geplanten Einkauf mit dem Umwandlungssatz zum Zeitpunkt Ihrer Pensionierung multiplizieren, erhalten Sie die Leistungsverbesserung, die aus einem Einkauf hervorgeht. Ein weiterer Vorteil des Pensionskasseneinkaufs besteht in der Steuerplanung. Freiwillige Einkäufe können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Aus steuerlicher Sicht lohnt es sich, die Einkaufssumme nicht in einem einzigen Jahr zu tätigen, sondern die Einkäufe über mehrere Jahre zu verteilen. Beachten Sie, dass Ihr Pensionskassengeld grundsätzlich bis zur Pensionierung gebunden ist. Vorzeitige Bezüge sind für Wohneigentum, Auswanderung oder bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit möglich.
Wichtig: Wurden Einkäufe getätigt, so sind innerhalb der nächsten drei Jahre steuerrechtlich keine Kapitalbezüge möglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen WEF-Bezug (Wohneigentumsförderung), eine Barauszahlung oder eine vorzeitige Pensionierung handelt.